„Kommentiere GUIDE und ich schicke dir den Link per DM.”
Wer regelmäßig auf Instagram unterwegs ist, kennt solche Posts inzwischen ziemlich gut. Hinter der automatischen Nachricht steckt häufig Manychat.
Der Dienst verbindet Social-Media-Kanäle mit automatisierten Nachrichtenabläufen. Ein Kommentar kann eine DM auslösen, ein bestimmtes Wort im Chat kann einen vorgebauten Flow starten und Interessenten lassen sich von Instagram aus gezielt zu einem Link, Formular oder Angebot weiterführen.
Das klingt zunächst nach einem Tool für große Marketingteams. Tatsächlich ist Manychat aber gerade bei Creatorn, Coaches, kleineren Shops und Social-Media-getriebenen Unternehmen beliebt, weil viele typische Abläufe ohne Programmierung gebaut werden können.
Für Deutschland gibt es einen kleinen Sonderpunkt: Manychat ist kein deutscher Dienst und die Hauptseite unter manychat.com ist international ausgerichtet. Für einzelne Produkte existieren allerdings deutschsprachige Landingpages, beispielsweise die deutsche Manychat-Seite für Instagram. Im eigentlichen Produkt, in Hilfetexten und auf Teilen der Website solltest du trotzdem damit rechnen, Englisch zu sehen.
Für diesen Check habe ich mir die aktuelle Produktstruktur, Instagram-Funktionen, weitere Channels, Tariflogik, Bedienung, Integrationen und öffentliches Nutzerfeedback auf etablierten Softwareplattformen angesehen.
Was ist Manychat eigentlich?
Manychat ist eine Software für Chat- und Messaging-Automation.
Statt jede Nachricht einzeln zu beantworten, erstellst du Regeln und Abläufe. Ein Nutzer macht etwas – und Manychat reagiert darauf.
Ein sehr einfaches Beispiel:
Du veröffentlichst ein Instagram Reel und schreibst dazu, dass Interessenten „LISTE” kommentieren sollen.
Manychat erkennt den entsprechenden Kommentar und schickt automatisiert eine private Nachricht. Dort kann wiederum ein Button zu einem Guide, Shop, Webinar oder einer anderen Seite führen.
Das lässt sich wesentlich komplexer aufbauen. Nutzer können unterschiedliche Antworten bekommen, je nachdem, welche Buttons sie anklicken, welche Information sie bereits angegeben haben oder wie weit sie innerhalb eines Flows gekommen sind.
Dabei geht es nicht nur um Instagram. Manychat unterstützt je nach Tarif und Verfügbarkeit weitere Kanäle wie Facebook Messenger, WhatsApp, TikTok und Telegram sowie ergänzende Kommunikationswege wie E-Mail oder SMS.
Trotzdem würde ich den Dienst 2026 vor allem über Instagram erklären. Dort ist der konkrete Nutzen für viele kleinere Unternehmen am schnellsten sichtbar.
Instagram Automation ist das eigentliche Zugpferd
Bei Instagram kann Manychat mehrere sehr repetitive Aufgaben übernehmen.
Besonders bekannt ist Comment-to-DM.
Jemand kommentiert unter einem Post oder Reel ein bestimmtes Wort und bekommt anschließend automatisch eine private Nachricht. Das ist für Lead Magnets, Rabattcodes, Produktlinks, Terminangebote oder Event-Anmeldungen praktisch.
Du kannst beispielsweise posten:
„Kommentiere CHECKLISTE und ich schicke sie dir.”
Der Nutzer kommentiert, Manychat reagiert, der Link landet im Chat.
Ohne Automation müsstest du entweder jede einzelne Nachricht manuell verschicken oder die Leute auf „Link in Bio” verweisen und hoffen, dass sie dort noch wissen, warum sie überhaupt geklickt haben.
Keyword-Automationen in DMs
Auch innerhalb privater Nachrichten lassen sich bestimmte Wörter als Trigger verwenden.
Schreibt jemand beispielsweise „PREIS”, „TERMIN” oder „KURS”, kann automatisch der passende Ablauf starten.
Das ist gerade dann angenehm, wenn täglich dieselben drei Fragen kommen.
Du musst aber nicht jede Unterhaltung vollständig automatisieren. Sinnvoller finde ich häufig eine Kombination: Manychat sortiert die ersten Schritte, beantwortet Standardfragen und übernimmt einfache Leads. Sobald das Gespräch individuell wird, springt ein Mensch ein.

Wie baut man eine Automation?
Das Herzstück von Manychat ist ein visueller Flow Builder.
Statt Code zu schreiben, verbindest du einzelne Schritte miteinander.
Der Ablauf kann ungefähr so aussehen:
Kommentar erkannt → DM senden → Frage stellen → Nutzer klickt Button → passende nächste Nachricht senden → Link ausspielen.
Komplexere Flows können Bedingungen enthalten. Eine Antwort muss dann nicht für jeden Nutzer identisch sein.
Das Prinzip erinnert eher an einen visuellen Baukasten als an klassische Softwareentwicklung.
Für einfache Flows ist das ziemlich zugänglich. Schwieriger wird es, sobald du zehn Abzweigungen, mehrere Tags, verschiedene Trigger und externe Integrationen miteinander kombinierst.
Dann entstehen schnell Automationen, die zwar funktionieren, aber später niemand mehr verstehen möchte.
Mein Rat wäre deshalb, mit einem einzigen klaren Use Case anzufangen.
Nicht:
„Wir automatisieren jetzt unseren gesamten Instagram-Funnel.”
Sondern:
„Wer unter diesem Reel GUIDE kommentiert, bekommt automatisch den Guide.”
Wenn das stabil läuft, kannst du erweitern.

Free, Essential oder Pro: Welcher Tarif passt?
Manychat arbeitet mit mehreren Tarifstufen.
Für kleinere Accounts sind vor allem Free, Essential und Pro relevant. Darüber hinaus gibt es umfangreichere Lösungen für größere Setups.
Die angezeigten Preise und verfügbaren Pakete können je nach Billing Country, Account und Abrechnungsart variieren. Gerade bei einem deutschen Unternehmen würde ich deshalb immer den tatsächlich angezeigten Preis beim Abschluss prüfen und nicht ausschließlich mit einer Zahl aus einem älteren Vergleich kalkulieren.
Free: zum Ausprobieren
Der kostenlose Tarif ist vor allem sinnvoll, wenn du Manychat erst kennenlernen möchtest.
Du kannst testen, wie sich Automationen anfühlen, erste Abläufe bauen und herausfinden, ob das Tool überhaupt in deinen Workflow passt.
Für mich ist das die richtige Wahl, wenn du bisher noch nie mit Messaging-Automation gearbeitet hast.
Ein kleines Instagram-Profil mit überschaubaren DMs muss nicht sofort einen bezahlten SaaS-Vertrag abschließen.
Essential: der logischste Einstieg für echte Nutzung
Essential ist interessanter, sobald du Manychat regelmäßig einsetzen möchtest und die Grenzen des Free-Tarifs spürbar werden.
Hier geht es weniger um „einmal ausprobieren” und stärker um laufende Automationen.
Wenn Comment-to-DM bereits Leads erzeugt oder du mehrere wiederkehrende Abläufe hast, wird ein bezahlter Tarif deutlich leichter zu rechtfertigen.
Pro: für umfangreichere Funnels und mehrere Kanäle
Pro richtet sich stärker an Accounts, die Manychat bereits ernsthaft in Marketing und Sales integrieren.
Relevant wird das beispielsweise, wenn du mehr Channels verbinden möchtest, komplexere Abläufe baust oder zusätzliche Funktionen und Integrationen benötigst.
Der entscheidende Punkt ist für mich nicht, welcher Tarif theoretisch die längste Featureliste hat.
Die bessere Frage lautet: Wie viele echte Gespräche und Leads laufen monatlich durch diese Automation?
Wenn die Antwort „zwölf” lautet, brauchst du wahrscheinlich keinen großen Plan.
Wenn jeden Monat hunderte Kommentare und DMs automatisiert verarbeitet werden, sieht die Rechnung ganz anders aus.

Was kostet Manychat wirklich?
Die Tarifpreise sind nur ein Teil der Rechnung.
Bei Software wie Manychat hängt der tatsächliche Wert vor allem davon ab, welche Arbeit ersetzt beziehungsweise beschleunigt wird.
Nehmen wir einen Creator, der nach einem Reel 150 Kommentare mit „LINK” bekommt.
Manuell 150 DMs zu verschicken ist keine hochqualifizierte Arbeit. Es ist trotzdem Arbeit.
Wenn die Automation diese Aufgabe übernimmt, kann ein monatlicher Softwarepreis ziemlich schnell sinnvoll aussehen.
Bei einem lokalen Unternehmen, dessen Instagram-Profil drei DMs pro Woche bekommt, ist derselbe Tarif dagegen schwerer zu rechtfertigen.
Ich würde Manychat deshalb nicht einfach als günstig oder teuer bewerten.
Es ist ein Volumen-Tool.
Je mehr wiederkehrende Interaktion du bereits hast, desto klarer wird sein Nutzen.
Mehr als Instagram: WhatsApp, Messenger, TikTok und Co.
Manychat will inzwischen deutlich mehr sein als ein Instagram-Automatisierer.
Je nach Tarif und Region können weitere Kanäle eingebunden werden, darunter Facebook Messenger, WhatsApp und TikTok.
Das ist vor allem für Unternehmen spannend, deren Kunden nicht nur auf einer Plattform auftauchen.
Ein Shop könnte beispielsweise Instagram für die erste Interaktion nutzen und andere Messaging-Kanäle ergänzen. Ein Coach könnte Instagram als Leadquelle verwenden, während ein Teil der späteren Kommunikation über WhatsApp läuft.
Hier würde ich allerdings nicht automatisch jeden verfügbaren Kanal verbinden.
Mehr Channels bedeuten auch mehr Regeln, mehr Sonderfälle und mehr Stellen, an denen etwas nicht so läuft wie geplant.
Wenn Instagram 90 Prozent deiner Social Leads liefert, würde ich zunächst Instagram richtig aufsetzen.
Multichannel klingt im Featurevergleich immer gut. Im Alltag ist ein sauberer Kanal meistens besser als fünf halb gepflegte.
Integrationen: interessant, sobald ein Lead nicht in Manychat bleiben soll
Automation wird richtig nützlich, wenn Daten nicht in einem abgeschlossenen Chatbot-System verschwinden.
Manychat lässt sich mit anderen Marketing- und Business-Tools verbinden. Je nach Setup können Kontaktdaten beispielsweise an CRM-, Newsletter-, Tabellen- oder weitere Automationssysteme übergeben werden.
Das ist für einfache Instagram-Automation nicht zwingend nötig.
Spannend wird es beispielsweise so:
Nutzer kommentiert → DM startet → E-Mail wird abgefragt → Kontakt landet im CRM oder Newsletter-System → Marketingprozess läuft dort weiter.
Damit wird Manychat eher zum Eingang eines Funnels als zum gesamten Funnel.
Bei Integrationen würde ich allerdings früh entscheiden, welches System am Ende die zentrale Kundendatenbank sein soll.
Wenn Kontakte gleichzeitig in Instagram, Manychat, einem Newslettertool, einem Shop und drei Google Sheets gepflegt werden, bringt Automation irgendwann mehr Chaos als Ordnung.
Manychat und KI: hilfreich, aber nicht der Hauptgrund für den Kauf
Auch Manychat baut AI-Funktionen zunehmend aus.
Je nach Tarif können KI-gestützte Funktionen dabei helfen, Antworten, Gesprächsabläufe oder bestimmte Automationsschritte effizienter zu gestalten.
Ich würde Manychat trotzdem nicht wegen „AI” kaufen.
Der eigentliche Wert ist viel banaler: Trigger, Regeln, Nachrichten und strukturierte Abläufe.
Gerade in Social DMs möchten Nutzer häufig keine philosophische Unterhaltung mit einem Bot. Sie wollen den Link, den Preis, die Öffnungszeiten oder die Antwort auf eine konkrete Frage.
Für solche Situationen kann ein sauber gebauter regelbasierter Flow sogar angenehmer sein als eine möglichst kreative KI-Antwort.
Wie gut funktioniert Manychat für Deutschland?
Grundsätzlich gut.
Der Dienst ist international nutzbar und Instagram-Automation funktioniert nicht nur für amerikanische Accounts.
Die Sprache ist eher der relevante Unterschied.
Für Instagram gibt es eine deutschsprachige Manychat-Produktseite. Die gesamte Manychat-Welt ist aber nicht vollständig auf Deutsch lokalisiert.
Wer überhaupt kein Englisch versteht, könnte sich deshalb bei Dokumentation, komplexeren Einstellungen oder Support-Themen schwerer tun.
Für typische deutsche Marketingteams, Freelancer und Creator halte ich das aber für ein überschaubares Hindernis.
Wichtiger finde ich, dass deine eigenen Automationen natürlich komplett auf Deutsch geschrieben werden können.
Deine Kunden müssen also nicht merken, dass das Tool dahinter international beziehungsweise englischsprachig ist.
Datenschutz und DSGVO: Automation nimmt dir die Verantwortung nicht ab
Für Unternehmen in Deutschland gehört dieser Punkt dazu.
Manychat verarbeitet je nach Setup personenbezogene Daten. Wenn Nutzer Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder andere Informationen in einen Flow eingeben, solltest du wissen, welche Daten du warum erhebst und wie sie weiterverarbeitet werden.
Manychat stellt dafür eigene Datenschutz- und Vertragsinformationen zur Verfügung.
Das bedeutet aber nicht, dass jede Automation automatisch DSGVO-konform ist, nur weil das verwendete Tool entsprechende Dokumente anbietet.
Besonders bei Newsletter-Anmeldungen, Werbenachrichten, Tracking oder der Weitergabe von Daten an weitere Systeme würde ich das eigene Setup sauber prüfen.
Auch Einwilligungen und Informationspflichten verschwinden nicht durch einen Chatbot.
Das ist kein spezielles Manychat-Problem. Es gilt grundsätzlich für Marketing-Automation.
Meta-Regeln bleiben Meta-Regeln
Ein weiterer wichtiger Punkt: Manychat umgeht keine Plattformregeln.
Instagram und Facebook bestimmen selbst, welche Nachrichten wann automatisiert gesendet werden dürfen und welche Messaging-Fenster beziehungsweise Einschränkungen gelten.
Wenn Meta eine bestimmte Art von Kommunikation nicht erlaubt, kann Manychat daraus nicht plötzlich einen frei bespielbaren Dauernewsletter im Instagram-Postfach machen.
Das ist wichtig, weil Marketingvideos über Automation manchmal so wirken, als könne man jeden Kommentar für immer in einen beliebig bespielbaren Lead verwandeln.
So einfach ist es nicht.
Für seriöse Nutzung würde ich Manychat als Werkzeug innerhalb der Plattformregeln betrachten – nicht als Trick, um sie zu umgehen.
Was sagen andere Nutzer über Manychat?
Trustpilot würde ich bei Manychat bewusst nicht als Orientierung verwenden.
Für SaaS finde ich spezialisierte Softwareplattformen hier hilfreicher.
Auf G2 findest du zahlreiche Manychat-Bewertungen, ebenso auf Capterra.
Das Gesamtbild fällt dort deutlich positiver aus.
Häufig gelobt werden die relativ zugängliche Bedienung, der visuelle Flow Builder und die Möglichkeit, repetitive Social-Media-Aufgaben ohne eigene Entwicklung zu automatisieren.
Kritischer werden unter anderem komplexere Setups, Tarifgrenzen und einzelne Probleme bei der Verbindung mit Social-Media-Accounts beschrieben.
Letzteres würde ich bei jedem Tool erwarten, das stark von externen Plattformen abhängt.
Wenn Meta etwas an APIs, Berechtigungen oder Messaging-Regeln verändert, sitzt Manychat eben mit im Boot.
Wo liegen die größten Schwächen?
Die größte Schwäche ist gleichzeitig Teil des Konzepts: Manychat hängt von anderen Plattformen ab.
Wenn dein wichtigster Instagram-Account falsch verbunden ist, Berechtigungen fehlen oder Meta bestimmte Funktionen ändert, betrifft das deinen Flow direkt.
Zweiter Punkt: Automation kann schnell komplizierter werden, als sie aussehen sollte.
Ein Flow mit fünf Schritten ist wunderbar.
Ein Flow mit 40 Schritten, zwölf Tags, sieben Bedingungen und fünf Integrationen ist irgendwann Softwarepflege.
Drittens kann schlechte Automation sehr unpersönlich wirken.
Wenn jemand eine individuelle Frage stellt und darauf drei automatisierte Verkaufspitches bekommt, spart das zwar Zeit – nur möglicherweise auf Kosten des Kunden.
Manychat ist deshalb für mich am stärksten bei klaren, erwartbaren Interaktionen.
Link schicken? Sehr gut.
Guide ausliefern? Ebenfalls.
Interessenten nach einem Produktwunsch sortieren? Sinnvoll.
Komplexe Beratung vollständig ersetzen? Deutlich weniger überzeugend.
Manychat: Vor- und Nachteile
Was mir gefällt
- Sehr starker Fokus auf Instagram Automation
- Comment-to-DM ist für Creator und Social Shops praktisch
- Automationen lassen sich visuell statt per Code bauen
- Kostenloser Einstieg zum Ausprobieren
- Mehrere Social- und Messaging-Kanäle möglich
- Gute Basis für Lead Magnets und einfache Funnels
- Standardfragen lassen sich deutlich schneller bearbeiten
- Menschliche Antworten und Automation können kombiniert werden
- Große Nutzerbasis und viel Lernmaterial
- Auf Softwareplattformen wie G2 und Capterra überwiegend positives Feedback
Was du vorher wissen solltest
- Teile der Plattform und Dokumentation sind weiterhin englischsprachig
- Der Nutzen hängt stark von deinem tatsächlichen Nachrichtenvolumen ab
- Komplexe Flows können schnell unübersichtlich werden
- Viele Funktionen hängen von Meta und anderen Plattformen ab
- Datenschutz und Einwilligungen musst du selbst sauber umsetzen
- Für Accounts mit wenig Interaktion kann ein zusätzliches Tool unnötig sein
Für wen lohnt sich Manychat?
Für Creator ist Manychat besonders interessant, wenn Kommentare regelmäßig als Call-to-Action genutzt werden.
„Kommentiere PDF”, „Schreib mir START”, „Antworte mit PREIS” – genau solche Prozesse lassen sich gut automatisieren.
Auch für Coaches, Kursanbieter und Beratungsunternehmen sehe ich einen klaren Use Case. Viele Leads entstehen dort über Social Media und müssen zunächst nur zu einem Termin, Webinar oder Lead Magnet weitergeleitet werden.
Bei E-Commerce kann Manychat ebenfalls sinnvoll sein, wenn Instagram tatsächlich Umsatz beziehungsweise Produktinteresse erzeugt.
Ein Shop, der ständig dieselben Fragen nach Größen, Links oder bestimmten Kollektionen erhält, kann einige Schritte automatisieren und erst später an einen Mitarbeiter übergeben.
Agenturen profitieren zusätzlich davon, wenn sie wiederkehrende Systeme für mehrere Kunden aufbauen.
Weniger überzeugend finde ich Manychat für Unternehmen, deren Social Media hauptsächlich als digitale Visitenkarte existiert.
Wenn niemand kommentiert und kaum jemand DMs schreibt, gibt es schlicht wenig zu automatisieren.
Manychat vs. Alternativen
| Lösung | Besonders interessant für | Unterschied zu Manychat |
|---|---|---|
| Manychat | Instagram, Creator, Social Leads | Sehr zugänglicher Fokus auf Messaging-Automation |
| Chatfuel | Chat- und Social-Automation | Ähnlicher Bot-Fokus mit eigener Automationslogik |
| respond.io | Größere Messaging-Teams | Stärker auf zentrale Kundenkommunikation über mehrere Channels ausgerichtet |
| Meta Business Suite | Einfache Instagram-/Facebook-Kommunikation | Weniger Automationsmöglichkeiten, dafür näher am Meta-Ökosystem |
| Manuelle DMs | Kleine Accounts | Kein zusätzliches Tool, aber kaum skalierbar |
Für mich ist die wichtigste Alternative am Anfang tatsächlich nicht ein anderer SaaS-Dienst, sondern gar kein zusätzliches Tool.
Wenn du aktuell 20 DMs im Monat erhältst, kannst du sie wahrscheinlich selbst beantworten.
Wenn aus 20 plötzlich 2.000 werden, verändert sich die Situation.
So würde ich mit Manychat starten
Ich würde keinen riesigen Funnel bauen.
Erster Schritt wäre ein einzelnes Reel oder ein einzelner Post mit einem klaren Kommentar-Trigger.
Beispiel:
„Kommentiere GUIDE und ich schicke dir meine Checkliste.”
Danach baust du genau einen Flow:
Kommentar → kurze DM → Button → Guide.
Mehr nicht.
Dann schaust du, wie viele Menschen den Prozess nutzen, wie viele tatsächlich klicken und ob die Automation Arbeit spart.
Erst danach würde ich zusätzliche Keywords, Follow-ups oder Integrationen hinzufügen.
Das ist weniger spektakulär als die typischen „10.000 Leads komplett automatisch”-Videos, aber deutlich sinnvoller.
Fazit: Manychat ist stark, sobald Social Media nicht mehr manuell skaliert
Manychat löst kein Marketingproblem, wenn niemand mit deinem Account interagiert.
Das ist der wichtigste Punkt.
Der Dienst wird interessant, sobald bereits etwas passiert: Kommentare kommen rein, Nutzer fragen nach Links, Lead Magnets werden regelmäßig angefordert oder dieselben Fragen tauchen in DMs immer wieder auf.
Dann kann die Automation erstaunlich viel Routinearbeit übernehmen.
Besonders überzeugend finde ich Comment-to-DM auf Instagram. Der Mechanismus ist für Nutzer leicht verständlich, für Creator schnell einzusetzen und verbindet öffentliches Engagement direkt mit einer privaten Unterhaltung.
Auch der visuelle Flow Builder macht den Einstieg relativ zugänglich.
Die Kehrseite: Je komplexer das Setup wird, desto mehr musst du Manychat wie ein echtes Marketing-System behandeln. Flows brauchen Struktur, Integrationen müssen gepflegt werden und Plattformregeln ändern sich.
Für Deutschland sehe ich den teilweise englischen Auftritt nicht als großes Problem. Es gibt bereits deutschsprachige Landingpages, und deine eigenen Nachrichten kannst du vollständig auf Deutsch aufbauen.
Meine Einschätzung: Für aktive Instagram-Accounts mit wiederkehrenden DMs und Lead-Prozessen ist Manychat eines der sinnvolleren Automations-Tools. Für kleine Accounts ohne nennenswertes Nachrichtenvolumen würde ich erst einmal beim kostenlosen Tarif beziehungsweise bei manuellen Antworten bleiben.
Häufig gestellte Fragen zu Manychat
Ist Manychat auf Deutsch verfügbar?
Teilweise. Es gibt deutschsprachige Produkt- und Landingpages, unter anderem für Instagram. Teile des Dashboards, der Dokumentation und weiterer Websitebereiche können jedoch weiterhin auf Englisch erscheinen.
Funktioniert Manychat in Deutschland?
Ja. Manychat ist ein internationaler SaaS-Dienst und kann auch von Unternehmen und Creatorn in Deutschland genutzt werden. Datenschutz und Einwilligungen solltest du passend zu deinem eigenen Setup prüfen.
Was kann Manychat auf Instagram automatisieren?
Zu den wichtigsten Anwendungen gehören automatisierte Nachrichten nach bestimmten Kommentaren, Keyword-Trigger in DMs und weiterführende Flows mit Buttons, Fragen und Links.
Gibt es Manychat kostenlos?
Ja, Manychat bietet einen kostenlosen Einstiegstarif. Welche Limits und Funktionen aktuell enthalten sind, solltest du direkt auf der Pricing-Seite prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen Free, Essential und Pro?
Free eignet sich zum Kennenlernen. Essential richtet sich stärker an regelmäßige Nutzung, während Pro für umfangreichere Automationen, zusätzliche Funktionen und wachsende Setups gedacht ist. Die genaue Ausstattung kann sich ändern.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Für normale Manychat-Flows nicht. Der Builder ist visuell aufgebaut. Bei komplexeren Integrationen und sehr individuellen Prozessen kann technisches Verständnis trotzdem hilfreich sein.
Ist Manychat nur für Instagram?
Nein. Je nach Tarif unterstützt Manychat weitere Kanäle wie Facebook Messenger, WhatsApp und TikTok sowie zusätzliche Kommunikationsfunktionen.
Ist Manychat DSGVO-konform?
Manychat stellt Datenschutz- und Vertragsinformationen für die Nutzung des Dienstes bereit. Ob dein konkreter Einsatz DSGVO-konform ist, hängt aber auch davon ab, welche Daten du erhebst, wofür du sie nutzt und welche weiteren Systeme angebunden sind.
Welche Manychat-Alternative gibt es?
Chatfuel ist eine direkte Alternative für Chat-Automation. respond.io richtet sich stärker an größere Multichannel-Messaging-Setups. Für sehr kleine Accounts kann auch die manuelle Kommunikation über Instagram beziehungsweise Meta Business Suite ausreichen.